DualShot Recorder: iPhone filmt 9:16 und 16:9 parallel

DualShot Recorder filmt vertikal und horizontal gleichzeitig auf dem iPhone. Ein Take, zwei Files, frame-genau synchron — der Multi-Format-Workflow für Solo-Creator.

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iPhone von hinten mit zwei leuchtenden Kameralinsen, die parallel ein vertikales und horizontales Video-Frame projizieren — DualShot Recorder visualisiert.
Ein Take, zwei Formate. Der Multi-Format-Workflow den iPhone-Creator seit Jahren brauchen.

Du drehst ein Reel. Drei Stunden später nochmal das gleiche — diesmal für YouTube, querformatig. Selbe Story. Doppelter Aufwand. Ich kenn das Spiel seit Jahren. Eine kleine App aus L.A. macht den Quatsch jetzt überflüssig.

DualShot Recorder filmt dir vertikal und horizontal in einem Take. Beides synchron. Beides 4K möglich. Ein Tap. Zwei Files. Kein Crop, kein Reframe, kein zweiter Setup-Tag.

Was die App tatsächlich tut

Zwei Rückkameras. Gleichzeitig aufzeichnend. Ein Sensor liefert dir 9:16, der andere 16:9. Beide synchronisiert auf den Frame. Der Output sind zwei Dateien — .MOV oder .MP4, in 1080p oder 4K, je 24, 30 oder 60 fps. Direkt in die iPhone-Mediathek.

Privacy-first dazu. Keine Analytics. Keine Account-Pflicht. Alles lokal auf dem Gerät. Ich hab die App letzte Woche zum ersten Mal in einem Kunden-Shoot eingesetzt — Setup zu Capture in 90 Sekunden.

Single-Lens-Mode kann sie auch — eine Kamera, zwei Zuschnitte aus dem gleichen Sensor. Auch mit der Frontkamera. Das ist der Mode den ich für Talking-Heads nehme.

Warum dieser Punkt 2026 zählt

  • TikTok will 9:16, mindestens 60 Sekunden, Vertical-only.
  • YouTube belohnt 16:9 weiterhin im Hauptfeed, Shorts gehen vertikal.
  • Instagram Reels = 9:16, Feed-Posts laufen besser im 4:5-Crop.
  • LinkedIn ist das einzige Netzwerk auf dem 16:9 noch konsequent funktioniert.

Wer Multi-Channel postet, dreht entweder doppelt — oder croppt einen 9:16-Clip auf 16:9 und verliert die Hälfte vom Frame. Beides nervt. Beides kostet Zeit.

Vor zwei Jahren hab ich für einen Kunden im Burgenland einen Halbtag verloren weil der LinkedIn-Cut aus dem Hochformat-Material nicht funktioniert hat — Köpfe halb abgeschnitten, Logo außerhalb des Safe-Frames. Die App hätte den Job in 30 Minuten erledigt. Ich war stinkig.

Welches iPhone du brauchst

iPhone XS oder neuer für vollen Dual-Lens-Mode. Heißt: alles ab 2018 kann das mit. Single-Lens funktioniert auf jedem aktuellen iPhone, auch alten Modellen.

Was die App nicht löst: wenn du mit einem 28mm-Setup drehst und parallel ein 50mm-Frame willst, brauchst du immer noch zwei Kameras. DualShot nimmt was die iPhone-Optik hergibt. Wide plus Ultra-Wide. Mehr nicht.

Heißt auch: bei Available-Light wird's knapp. Die Ultra-Wide-Optik zieht bei wenig Licht ordentlich Rauschen — und im Dual-Mode kannst du nicht zwischen Sensoren switchen. Bei meinem letzten Indoor-Shoot mit nur einem Softbox war der vertikale Cut sauber, der horizontale schon grenzwertig.

Mein Workflow seit letzter Woche

Drehtag mit einem Wiener Kunden. iPhone aufs Stativ — DJI Osmo Mobile 7P weil ich Bewegung brauche. DualShot in den Dual-Lens-Mode. 4K, 30fps, beide Files in die Mediathek.

Nach dem Dreh: AirDrop auf den MacBook. Zwei Ordner — vertikal und horizontal. Resolve auf der Edit-Maschine, ich schneide den horizontalen Master zuerst weil der mehr Frame-Realestate hat. Audio-Sync-Korrekturen, Color-Pass, Export für YouTube und LinkedIn.

Dann der Switch — ich öffne das vertikale Pendant. Die Cuts setze ich auf die gleichen Frames (Frame-genau synchron, das ist der Trick). Logo, Captions und Lower-Thirds müssen neu weil das Layout anders ist. Aber der Schnitt selbst: zehn Minuten Übertrag.

Eine Stunde statt acht. Pro Kundenvideo. Pro Woche kommen da schnell zwei volle Tage zusammen die ich woanders investieren kann — neue Akquise, Skool-Content, oder einfach mal nichts tun.

Was die App nicht ist

Kein Cinema-Tool. Wer Apple Log 2 oder ProRes RAW will, nimmt Final Cut Camera oder Blackmagic Camera. DualShot rendert in Standard-Quicktime-Codecs. Für Social-Content reicht das locker. Für ein bezahltes Hochzeitsvideo? Lass die Finger davon.

Keine Effekte. Kein Color-Management. Keine LUT-Vorschau. Nackter Recorder. Genau das mag ich daran. Eine Funktion, gut gelöst.

Kein Schnitt-Tool. Du capturest, dann editierst du woanders. Das ist Feature, nicht Bug — die App muss schnell und stabil aufzeichnen, nicht alles können.

Audio bleibt dein Problem

Das integrierte iPhone-Mikro ist nett für Behind-the-Scenes. Für Talking-Head oder Interview hängt sich keiner mehr darauf. Røde Wireless Pro, DJI Mic 2 oder Sennheiser Profile — egal, Hauptsache extern.

Wichtig im Dual-Cam-Mode: das iPhone zieht ordentlich Saft. Bei einer Stunde 4K-Recording auf beiden Sensoren bist du runter auf 30 Prozent Akku. Power-Bank in den Cage und gut.

Wo der Hebel liegt

Ich produziere im Schnitt sechs Videos pro Woche für Kunden. Davon laufen vier auf zwei Plattformen, zwei nur auf einer. Vorher hab ich für die Multi-Format-Cuts einen kompletten Tag pro Woche eingerechnet. Mit DualShot ist der weg.

Heißt: ein zusätzlicher Akquise-Tag pro Woche. Oder ein zusätzlicher Content-Tag für meinen eigenen Brand. Oder ein zusätzlicher Familien-Tag. Je nachdem.

Solo-Creator die alles selbst machen kennen das Problem: jeder gesparte Schritt ist nicht nur Zeit, sondern auch Energie für die kreative Arbeit. Re-shoots fressen Motivation. Dual-Capture nicht.

Was ich morgen damit drehe

Ein Talking-Head-Tutorial für meinen Skool-Klassenraum. Single-Lens-Front-Mode, weil ich ins Bild muss. 9:16 für Reels und TikTok, 16:9 für Skool-Embed und Newsletter. Aufnahme einmal. Postproduction einmal. Das war der Plan seit Monaten — bisher hat keine App das halbwegs sauber gelöst.

Falls du auch zwischen den Formaten jonglierst: lad sie dir runter, sie ist gratis. Wenn du sie nicht brauchst, hast du nichts verloren. Wenn doch — sparst du dir pro Video drei Stunden.

In der ContentWerk Community zeig ich nächste Woche den kompletten Multi-Format-Workflow im Replay — vom DualShot-Capture bis zum finalen Cross-Post auf TikTok, YouTube und LinkedIn. Wenn du Solo-Content produzierst und nicht acht Stunden pro Video versenken willst, komm rüber.

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