RS 5, Osmo 360 & Mic 3: DJIs Solo-Creator-Stack 2026

DJI hat bei NAB 2026 die RS 5 mit Tracking-Modul, Osmo 360 und Mic 3 vorgestellt. Was Solo-Creator daraus wirklich brauchen — ehrlich getestet.

Teilen
DJI RS 5 Gimbal mit Tracking-Modul für Solo-Creator Filmproduktion 2026 ContentWerk
DJI bei NAB 2026: Tracking-Modul, Mic 3, Osmo 360 — der Solo-Creator-Stack.

Letztes Jahr hatte ich auf einem Dreh in Niederösterreich keinen Assistenten dabei. Steady Shot, dynamische Bewegung, scharfer Fokus auf einem laufenden Subjekt. Drei Mal abgebrochen. Dann die DJI RS 4 mit Active Track ausgepackt — sauber im Kasten beim ersten Take.

Genau diesen Schmerz adressiert DJI bei der NAB 2026 jetzt aggressiv.

In Las Vegas hat DJI sein komplettes Creator-Arsenal upgedatet — von der Ronin RS 5 mit "next-gen Intelligent Tracking" bis zur Osmo 360, der ersten DJI-360°-Kamera. Wenn du als Solo-Creator filmst (ich tu's seit zehn Jahren), ist hier die Frage nicht mehr "brauche ich Hilfe", sondern "warum hatte ich überhaupt mal Hilfe?"

Die RS 5 ist dein Kameramann — bis 10 Meter weit

Das ist die Headline. Die neue RS 5 hat ein "Intelligent Tracking Module", das Personen, Fahrzeuge und Objekte bis zu 10 Meter Entfernung automatisch verfolgt.

Was heißt das in der Praxis? Du stellst die RS 5 auf ein Stativ, wählst dein Subjekt, gehst weg. Der Gimbal schwenkt mit. Du gehst zu deinem Subjekt, sprichst, agierst. Niemand muss kurbeln, niemand muss nachziehen.

Ich hab in den letzten zwei Jahren so viele Drehs gemacht, wo der Camera-Assist eigentlich nur fürs Schwenken da war. Das fällt jetzt weg. Drei Stunden Drehzeit werden zwei. Plus: die paar hundert Euro für den Assist sparst du dir auch.

Wer das nicht braucht: Wenn du eh nur statisch filmst (Talking Head, Tutorial vor der Kamera), hat das Tracking-Modul keine Funktion.

Osmo 360 — die DJI-Antwort auf Insta360

Endlich. DJI hat die erste eigene 360°-Kamera präsentiert — Osmo 360. Insta360 (die seit Jahren den Markt dominieren) bekommt erstmals direkten Wettbewerb von der größten Drohnen-Marke der Welt.

Was bedeutet das für dich? Zwei Sachen:

  • Der Reframe-Workflow wird Standard. Du filmst alles 360° — und entscheidest erst beim Schnitt, in welche Richtung "vorne" ist. Das ist der absolute Cheat-Code für dynamische Action-Aufnahmen.
  • Der Markt-Druck wird Insta360 zwingen, schneller zu innovieren oder die Preise zu senken. Beides gut für dich.

Beim ersten Versuch mit einer 360°-Kamera vor zwei Jahren bin ich mir blöd vorgekommen. Niemand schaut sich 360°-Videos an. Aber dann hab ich's gemerkt: ich filme nicht für 360°. Ich filme um nicht entscheiden zu müssen, wohin die Kamera zeigt. Game-Changer für Solo-Drehs.

DJI Mic 3 — das Killer-Feature heißt "ein Set, alle Kameras"

Der DJI Mic 3 ist ebenfalls neu. Was ich an der Mic-Linie immer geliebt hab: keine Software-Konfiguration, kein Empfänger-Pairing-Drama. Auspacken, Magnet ans Hemd, läuft.

In dieser dritten Generation: bessere Reichweite, längere Akkulaufzeit, kompatibel mit der gesamten Osmo- und Ronin-Linie. Plus mit gängigen DSLRs, Mirrorless und Smartphones (per Adapter).

Mein Setup-Schmerz der letzten Jahre war immer: zwei Lavalier-Mics (eines fürs iPhone, eines für die Sony), zwei Recorder, zwei Synchronisations-Workflows. Mit Mic 3 fällt diese Komplexität weg.

Osmo Mobile 8 — wenn iPhone und Gimbal eins werden

Das hat fast keiner mitgekriegt: DJI hat parallel den Osmo Mobile 8 vorgestellt — das aktuelle Smartphone-Gimbal. Bei Solo-Creators ein Klassiker.

Was ist neu? Tighter Integration mit dem iPhone 16/17/18 Pro ProRes Workflow. Heißt: dein Gimbal weiß was deine Kamera macht. Synchronisation passiert auf Geräte-Ebene, nicht in der App.

Ich filme 60-70% meines ContentWerk-Stuff mit iPhone und Osmo Mobile. Wenn diese Integration jetzt sauberer wird, fallen weitere Reibungspunkte raus. Klein, aber jeden Tag relevant.

Was du NICHT brauchst aus dem NAB-Drop

DJI hat auch große Power-Stationen vorgestellt (3000W, "ultra-quiet 26dB"). Du brauchst die nicht — außer du machst commercial Sets oder mehrtägige Outdoor-Produktionen. Für 90% der Solo-Creator-Workflows ist das overkill.

Auch die neue Ronin 2 / Ronin 4D ist nichts für selbstständige Creator — das sind Cinema-Tools, ab 5000€ aufwärts. Wenn du das nicht spezifisch in einer Mietfirma abrechnen kannst, lass die Finger weg.

Mein Solo-Stack für 2026

Hier ist, was ich aus dem DJI NAB Drop tatsächlich auf den Wunschzettel setze:

  • DJI RS 5 — wegen dem Tracking-Modul. Zweite Person als Camera-Assist erübrigt sich.
  • Osmo Mobile 8 — Replacement für mein 2024er Modell, sauberere iPhone-Integration.
  • DJI Mic 3 — ein einheitliches Mic-System für alle Kameras.
  • Osmo 360 ist auf dem "warten und schauen"-Stapel — bis ich ein konkretes Use-Case habe.

Mit diesem Stack hast du als Solo-Creator alles, was eine 4-Personen-Filmcrew vor fünf Jahren hatte: stabilisierte Bewegung mit automatischem Tracking, mobile Smartphone-Aufnahme, professionelles Audio. Plus die Option auf 360° wenn der Auftrag es hergibt.

Und ehrlich? Wenn du 2026 noch jeden Dreh mit einem Assist machst, weißt du nicht was DJI dir letzte Woche auf den Tisch gelegt hat.

Wer Setup-Empfehlungen für sein eigenes Solo-Creator-Stack will — und Beispiele wie ich konkrete Drehs damit umgesetzt hab — kommt in die ContentWerk Community. Da besprechen wir solche Hardware-Decisions gemeinsam.

---

Auch interessant