DaVinci Resolve 21 hat eine Photo Page — Lightroom adieu
Blackmagic dropped bei NAB 2026 eine Photo Page in Resolve — Lightroom-Katalog-Import inklusive. Mein ehrlicher Test als Videograf.
DaVinci Resolve 21 hat eine Photo Page — und Lightroom kann einpacken
Blackmagic hat bei der NAB 2026 ein Update gedroppt, das Adobe nicht gefallen wird.
DaVinci Resolve 21 — seit ein paar Tagen in Public Beta — bringt eine eigene Photo Page. Du importierst RAW-Files von Canon, Nikon, Sony, Fuji direkt in Resolve. Du kannst sogar deinen kompletten Lightroom-Katalog importieren. Und das Beste: Die Basis-Version bleibt gratis.
Heißt im Klartext → ein Tool für Foto und Video. Kein Tool-Hopping mehr. Kein Lightroom-Abo, das jeden Monat 12 Euro frisst.
Ich hab das gestern installiert und einen halben Tag damit verbracht. Hier mein Take.
Was zur Hölle ist die Photo Page?
Bisher war Resolve ein reines Video-Tool. Wenn du als Solo-Creator auch fotografierst — sagen wir, Bilder für Kunden, Thumbnails, Insta-Posts — musstest du parallel mit Lightroom arbeiten. Zwei Programme. Zwei Workflows. Zwei Color-Logiken im Kopf.
Die neue Photo Page ändert das. Du importierst deine RAWs (Canon CR3, Nikon NEF, Sony ARW, Fuji RAF — alle dabei), und Resolve behandelt sie wie Stills auf der Color Page. Heißt: derselbe Node-Editor, dieselben Curves, dieselben Power Windows wie für Video.
Das klingt nerdy. Ist es auch. Aber wenn du einmal die gleiche Color-Logik für deine Reel-Footage UND dein Cover-Foto anwenden kannst — du sparst dir eine halbe Stunde Hin-und-Her pro Projekt.
Der Move, der Lightroom-Nutzer wirklich abholt
Hier wird's interessant. Resolve 21 importiert deinen Lightroom-Katalog. Komplett. Mit allen Edits.
Das ist clever von Blackmagic. Sie wissen genau: Niemand wechselt einfach so weg. Du hast Jahre an Edits in Lightroom — Presets, Sterne-Ratings, Collections. Wenn du das alles aufgeben müsstest → bleibst du bei Adobe.
Mit dem Catalog-Import hast du keinen Grund mehr. Deine Bibliothek wandert mit. Deine Edits bleiben erhalten.
- Ich hab meinen 8-Jahres-Lightroom-Katalog (knapp 40.000 Bilder) probeweise importiert. Hat 12 Minuten gedauert. Alles da. Ratings, Keywords, Sammlungen.
Die AI-Features, die wirklich was bringen
Resolve 21 wirft eine ganze Wagenladung neuer AI-Tools rein. Die meisten sind nice-to-have. Drei davon haben mich tatsächlich umgehauen:
IntelliSearch → Du tippst „Sonnenuntergang am Wasser" und es findet alle Clips mit dem Inhalt. Ohne Tagging, ohne Vorbereitung. Wenn du wie ich tausende Clips auf der Festplatte hast → Game Changer.
CineFocus → Du klickst auf einen Punkt im Bild. Resolve macht den Rest. Bokeh, Tiefenschärfe, alles simuliert. Ich hab das mit alten 4K-Aufnahmen ohne echte Tiefenwirkung getestet. Sieht überraschend echt aus.
Motion Deblur → Verwackelte Aufnahmen werden geschärft. Ich hab eine Handheld-Sequenz reingeworfen, bei der ich gedacht hab: „Die kann man wegschmeißen." Resolve hat die Hälfte gerettet.
Ehrlich: Face Age Transformer, Blemish Removal, Face Reshaper — die fühlen sich wie Spielerei an. Wenn du Werbung fürs eigene Gesicht machst, kann Blemish Removal Zeit sparen. Sonst ignorieren.
Was die Free-Version kann (und was nicht)
Hier kommt der Hammer. Die Photo Page ist in der Free-Version dabei. Auch der Lightroom-Import. Auch die Color-Tools.
Was du nicht kriegst: Die meisten AI-Features (IntelliSearch, CineFocus, Motion Deblur) sind Studio Edition only. Studio kostet einmalig 295 Dollar. Kein Abo. Bestehende Studio-User bekommen das Update gratis.
Rechnen wir kurz nach.
- Lightroom-Abo (Photography Plan): 12 Euro/Monat = 144 Euro/Jahr
- Lightroom + Premiere Pro: 25 Euro/Monat = 300 Euro/Jahr
- DaVinci Resolve Studio: 295 Dollar einmalig (ca. 270 Euro), forever
Nach Jahr 1 bist du im Plus. Nach Jahr 2 sparst du ein Adobe-Jahresabo komplett. Nach Jahr 5 hast du über 1.000 Euro mehr in der Tasche.
Wo Resolve immer noch hinkt
Ich bin Videograf, kein Fan-Boy. Ein paar Sachen sind weiterhin schwächer:
- Mobile Sync → Lightroom synct elegant zwischen Desktop und Phone. Resolve nicht.
- Cloud-Library → Adobe hat das Backend dafür. Blackmagic nicht im selben Maße.
- Spot Healing → Lightrooms Heal-Brush ist nach wie vor smoother bei feinen Details.
- Community-Presets → Lightroom hat ein gigantisches Preset-Ökosystem. Resolve baut sich das gerade erst auf.
Wenn du dein Foto-Business primär vom iPhone aus managst → bleib erstmal bei Lightroom Mobile. Wenn du am Desktop sitzt und ohnehin Video machst → Resolve macht jetzt Sinn.
Mein ehrlicher Take — wechselst du jetzt?
Kurz: Wenn du sowieso Video machst → ja, sofort.
In zehn Jahren als Videograf hab ich vielleicht zehn Tools wirklich verlassen. Eins davon war Premiere → Resolve, vor drei Jahren. Hab es nicht eine Sekunde bereut. Bessere Color, bessere Performance auf Mac, kein Abo.
Lightroom war die letzte Adobe-Bastion in meinem Workflow. Mit Resolve 21 fällt sie. Ich teste die nächsten 30 Tage exklusiv mit Resolve und schreib danach einen Erfahrungsbericht.
Wenn du nur fotografierst und kein Video machst → Lightroom bleibt knapp besser für dich. Aber wenn du beides anbietest, oder Content für deine eigene Marke erstellst, dann ist das hier dein Moment.
- Lade die Beta runter (kostenlos auf blackmagicdesign.com). Importiere deinen Lightroom-Katalog. Edit ein Foto in der Color Page. Wenn du dieselbe Logik wie für deine Videos benutzt → wirst du nicht zurückgehen.
Ich hab mit über 500 Millionen View-Erfahrung an Material durch fast jedes Tool gejagt. Resolve macht heute mehr Spaß als jedes andere. Photo Page macht es jetzt komplett.
In der ContentWerk Community tauschen wir uns gerade aus, wer schon umsteigt und wo es haut. Wenn du beim Workflow-Setup feststeckst — komm rein, frag, ich antworte.
---